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Ratgeber

Offene Dienste besetzen:
Schichtbörse intern und extern

Krankmeldung um 6 Uhr, Telefonkette, WhatsApp-Gruppe: So besetzt ihr offene Dienste in Minuten statt Stunden - mit einer Schichtbörse, die Qualifikation, Ruhezeiten und Wochenstunden vor dem Versand prüft, und einer Schnittstelle für Leiharbeit und Personaldienstleister.

Lesezeit ca. 9 Minuten · zuletzt aktualisiert September 2026

Das Problem: Krankmeldung um 6 Uhr, und dann?

Es ist 6:05 Uhr, der Frühdienst beginnt um 6:30. Eine Pflegefachkraft meldet sich krank, und im Dienstplan klafft eine Lücke. Was jetzt passiert, kennt jede Stationsleitung, jeder Schichtführer im Lager und jeder Objektleiter in der Reinigung: Die Telefonkette startet. Wer hat heute frei? Wer hatte gestern Spätdienst und darf noch gar nicht? Wer wohnt nah genug? Nach zwölf Anrufen und drei Mailboxen sagt jemand zu - oder auch nicht.

Die zweite Variante ist die WhatsApp-Gruppe: „Wer kann heute Früh einspringen?" Das ist schneller, aber nicht besser. Es antworten die Falschen (keine passende Qualifikation), die Verkehrten (nach dem Nachtdienst) oder niemand, weil die Nachricht zwischen Katzenbildern untergeht. Und am Ende weiß keiner mehr, wer eigentlich zugesagt hat. Datenschutz ist ohnehin ein Thema, sobald Namen und Ausfälle in einer privaten Gruppe stehen.

Genau hier setzt Ausfallmanagement an: Bei kurzfristigem Personalausfall zählt nicht, wie viele Leute ihr erreicht, sondern wie schnell ihr die eine passende Person findet - und wie sauber der Dienst danach im Plan steht.

Was eine Schichtbörse ist

Eine Schichtbörse ist ein Marktplatz für offene Dienste innerhalb eures Betriebs. Statt Anrufe zu tätigen, stellt ihr den Dienst als Dienstangebot ein: Datum, Zeit, Arbeitsplatz, benötigte Qualifikation, Anzahl der Plätze. Alle, die in Frage kommen, erhalten eine Mitteilung in der Dienstplan-App per Push und können mit einem Tipp zusagen. Die Planung sieht alle Antworten an einer Stelle und der Dienst landet, sobald er vergeben ist, direkt im Dienstplan.

Der Unterschied zur WhatsApp-Gruppe liegt nicht in der Nachricht, sondern in dem, was davor und danach passiert: Vorher prüft das System, wer das Angebot überhaupt bekommen darf. Nachher ist die Besetzung ohne Umweg im Plan, im Zeitnachweis und in der Lohnvorbereitung. Wer bisher mit einer Springerpool-Liste in Excel arbeitet oder nach einer INSITU-Alternative sucht, die nicht als eigenständiges System neben dem Dienstplan läuft, ist hier richtig.

Intern zuerst: Regeln, die ein Angebot vor dem Versand prüfen sollte

Der größte Zeitfresser der Telefonkette ist nicht das Telefonieren, sondern das Aussortieren. Eine gute Schichtbörse übernimmt diese Arbeit, bevor die erste Push-Nachricht rausgeht. Diese Prüfungen gehören dazu:

Faustregel: Alles, was ihr bei der Telefonkette im Kopf prüft, gehört als Regel ins System. Dann geht das Angebot an fünf passende Leute statt an fünfzig - und die fünf wissen, dass sie es wirklich übernehmen könnten.

Zwei Modelle: Wer zuerst annimmt, oder die Planung wählt aus

Modell 1: Erstzugriff

Wer zuerst zusagt, hat den Dienst. Das ist das schnellste Modell und passt, wenn der Dienst um 6:30 beginnt, alle Kandidaten gleichwertig sind und die Prüfregeln sauber sind. Der Vorteil: Niemand muss auf eine Entscheidung warten, die Lücke ist in Minuten geschlossen. Der Nachteil: Wer das Handy gerade nicht in der Hand hat, geht leer aus - und wer die Einspringen-Prämie will, gewinnt immer.

Modell 2: Planung wählt aus

Alle Interessierten melden sich, die Planung entscheidet, wer den Dienst bekommt. Das dauert länger, ist aber fairer und sinnvoll, wenn es um Dienste in ein paar Tagen geht, wenn ihr Einspringer gleichmäßig verteilen wollt oder wenn Zusatzstunden bei bestimmten Personen unerwünscht sind. Auch bei mehreren offenen Plätzen (drei Kommissionierer für den Samstag) ist dieses Modell übersichtlicher.

In der Praxis braucht ihr beide: Erstzugriff für den akuten Ausfall am Morgen, Auswahl für die geplante Lücke nächste Woche. Wichtig ist nur, dass das Modell beim Anlegen des Angebots festgelegt wird und alle Beteiligten es sehen.

Extern: Leiharbeit und Personaldienstleister anbinden

Manchmal reicht der eigene Springerpool nicht. Dann kommt Leiharbeit in der Pflege, ein Zeitarbeitsunternehmen für die Logistik oder ein Subunternehmer in der Gebäudereinigung ins Spiel. Bisher läuft das per Telefon und E-Mail: Anfrage, Rückfrage, Bestätigung, und dann trägt jemand den Namen von Hand in den Plan. Eine Zeitarbeit-Schnittstelle im Dienstplan spart genau diesen Umweg. So sollte sie aussehen:

Wer mehrere Partner hat, bindet alle an. Das erste Angebot geht intern raus, nach einer Frist oder direkt parallel an die externen Partner - je nachdem, wie knapp es ist.

Beispiele aus der Praxis: Klinik, Logistik, Dienstleistung

Ausfallmanagement in Klinik und Pflegeheim: Hier zählt die Fachkraftquote. Fällt eine Fachkraft aus, hilft eine Hilfskraft nicht weiter, auch wenn sie sofort könnte. Die Schichtbörse muss deshalb strikt nach Qualifikation filtern und die PpUGV-Vorgaben je Schicht im Blick haben. Der interne Springerpool bekommt das Angebot zuerst, Leiharbeit per Schnittstelle als zweite Stufe. Und weil Ruhezeiten nach der Nacht in der Pflege besonders oft kippen, gehört der Hinweis in jede Kandidatenliste.

Unterbesetzung in der Logistik: Peak-Tage, Wareneingang, Kommissionierung: Wenn am Freitag drei Leute fehlen, geht es um Plätze, nicht um Einzelpersonen. Ein Angebot mit drei Plätzen, Modell „Planung wählt aus", Staplerschein als Pflicht für den Wareneingang, Zeitarbeit per Webhook parallel. Am Nachmittag steht die Besetzung.

Objektbesetzung in Dienstleistung und Reinigung: Bei Gebäudereinigung und Sicherheitsdienst ist das Objekt der Arbeitsplatz. Fällt jemand im Objekt Nord aus, sollen nur Kräfte gefragt werden, die dieses Objekt kennen oder die Einweisung haben - Qualifikation je Arbeitsplatz. Wer objektübergreifend Springer hat, sieht sie in der Kandidatenliste zuerst.

Rechtliches kurz

Wie Presio bei Dienstangebot und Schichtbörse hilft

Wir haben die Schichtbörse als Teil des Dienstplans gebaut, nicht als eigenes Werkzeug daneben. Der Ablauf ist der, den ihr aus dem Alltag kennt, nur ohne Telefonkette:

Kurz: Offene Dienste besetzen wird in Presio zu einem Klick und einer Push-Nachricht. Und weil die Schichtbörse im Dienstplan steckt, stimmen danach Zeiterfassung, Zuschläge und Lohnvorbereitung, ohne dass jemand etwas nachträgt.

Häufige Fragen zu Dienstangebot und Schichtbörse

Was ist eine Schichtbörse?

Ein interner Marktplatz für offene Dienste: Die Planung stellt einen Dienst mit Zeit, Arbeitsplatz und Qualifikation ein, alle passenden Mitarbeiter erhalten eine Push-Nachricht und können zusagen. Der vergebene Dienst landet direkt im Dienstplan - ohne Telefonkette und ohne WhatsApp-Gruppe.

Muss ein Mitarbeiter ein Dienstangebot annehmen?

Nein. Ein Dienstangebot ist freiwillig, besonders wenn es um Dienste an freien Tagen geht. Wer zusagt, wird eingeplant; wer nicht reagiert, hat keine Nachteile. Ob und welche Prämie fürs Einspringen gezahlt wird, regelt Tarifvertrag oder Betriebsvereinbarung.

Wer zuerst annimmt oder Auswahl durch die Planung - was ist besser?

Beides hat seinen Platz. Erstzugriff ist am schnellsten und passt zum akuten Ausfall am Morgen. Auswahl durch die Planung ist fairer und sinnvoll bei Diensten in einigen Tagen, bei mehreren Plätzen oder wenn Zusatzstunden gleichmäßig verteilt werden sollen. Das Modell wird je Angebot festgelegt.

Wie werden Leiharbeit und Personaldienstleister angebunden?

Der Personaldienstleister wird als Partner angelegt und erhält einen API-Key. Er ruft offene Angebote über die Schnittstelle ab oder bekommt sie per Webhook zugestellt und meldet eigene Kräfte mit Name, Qualifikation und Kontakt. Sagt der Betrieb zu, zählt die Kraft sofort in der Besetzung.

Welche Daten sieht ein externer Partner?

Nur Dienstdaten: Datum, Zeit, Arbeitsplatz, benötigte Qualifikation, Anzahl der Plätze und eine optionale Notiz. Keine Namen der Stammbelegschaft, keine Ausfallgründe, keine Personalakten. Umgekehrt erhält der Betrieb nur die Angaben zur gemeldeten Kraft.

Prüft die Schichtbörse Ruhezeiten und Wochenstunden?

Ja. Vor dem Versand werden Qualifikation, Überschneidungen, Abwesenheiten, Nicht-verfügbar-Regeln und Wochenstunden geprüft. Verletzte Ruhezeiten nach § 5 ArbZG werden als Hinweis in der Kandidatenliste markiert, damit die Planung bewusst entscheidet.

Schluss mit der Telefonkette

Rote Zelle anklicken, Dienst anbieten, Push an alle Passenden - und Leiharbeit per Schnittstelle dazu. In Presio ist die Schichtbörse Teil des Dienstplans. Zum Start bis 31.10.2026 kostenlos, ohne Kreditkarte.

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Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung. Für verbindliche Auskünfte zum Arbeitszeitgesetz, zum Arbeitnehmerüberlassungsgesetz, zu Tarifverträgen und zu deiner konkreten Situation wende dich bitte an eine Rechtsberatung oder deinen Arbeitgeberverband.

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